Sinnvoller Umgang vermindert ADHS

Zur Statistik: Heutzutage wird die Diagnose „ADHS“ (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern etwa 40 mal so häufig gestellt wie vor 25 Jahren.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass dafür zwei Hauptgründe in Betracht gezogen werden müssen: A) Zum einen neurobiologische, also angeborene Gründe, z.B. ein dünnerer Großhirnmantel. Oder B) Entwicklungsbiologische, also umweltbedingte Gründe. Beide können auch zusammen wirken.

Nicht jedes Gehirn reift gleich schnell, und so kann eine Verzögerung im Wachstum der grauen Zellen dazu führen, dass die Gedanken eher ziellos und unkontrolliert fließen. Laut Bericht der SZ (vom 16.9.2014, S.1) werden kindliche Nerven aber ebenso durch ein Übermaß an Terminen, Vorschriften und Leistungsanforderungen überstrapaziert.

Wir als Väter können dem durch zwei Dinge begegnen: Einmal mit weniger Erwartungsdruck und mehr Freiräumen, zum anderen mit viel Zeit und einfacher, aufmerksamer Anwesenheit als Grundlage für echte Begegnung mit unseren Kindern.

F. Heinen vom Haunerschen Kinderspital in München: „Wenn niemand… da ist, kann keine Begegnung stattfinden. Das funktioniert auch nicht auf Minuten getastet, in der zur quality time schöngeredeten Zeit. Dann fehlt, worauf es für eine gesunde Entwicklung ankommt: Austausch, Dialog, Bindung.“