Kind krank, Eltern in Arbeit. Was tun?

Gerade für Väter ist die Krankheit des Kindes eine hervorragende Möglichkeit, Präsenz in schwierigen Zeiten zu zeigen und dem Kind ein Gefühl des Geborgenseins zu geben. 

Für viele mag dem entgegen stehen, dass sie untertags arbeiten. Aber das ist heute kein Hinderungsgrund mehr, dennoch beim Kind zu bleiben, denn es gibt gesetzliche Regelungen:
♦ Falls das Kind jünger als 12 Jahre als ist,
♦ falls keine andere im Haushalt lebende Person die Pflege übernehmen kann und
♦ falls das Kind bei einer Krankenversicherung (mit-)versichert ist, gelten folgende Regeln:

1. Man benötigt ein ärztlichen Attest, eine Verordnung, die bestätigt, dass das Kind Betreuung, Pflege oder Beaufsichtigung durch einen Elternteil braucht.
2. Dann meldet man dem Arbeitgeber den Grund der Abwesenheit.
3. Wenn dieser keine Lohnfortzahlung vornimmt, ergänzt man auf der Rückseite der Bescheinigung die Angaben des freigestellten Elternteils und
4. schickt sie der Krankenversicherung, die eine Entgeltbescheinigung vom Arbeitgeber anfordert.
5. Sobald der Arbeitgeber die Entgeltbescheinigung ausgefüllt zurückgeschickt hat, erfolgt die Auszahlung durch die Krankenkasse.

Man beachte, dass diese Regelung nur für bis zu 10 tatsächliche(!) Arbeitstage (Alleinerziehende bis 25 Tage) gilt. Und von den 90% des ausgefallenen Nettoarbeitsentgeltes werden nochmals Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen, wobei die Versicherten und die Versicherung sich diese Beiträge teilen.

Unter bestimmten Umständen kann man den Anspruch auf Kinderkrankengeld auf den anderen Elternteil übertragen.
Man erleichtert der Krankenkasse den Aufwand, wenn man beim Antrag auch die Steueridentifikationsnummer angibt, weil das Finanzamt über bezogene Entgeltersatzleistungen wie das Kinderkrankengeld maschinell informiert werden will.