Offener Erfahrungsaustausch bei Trennung & Scheidung

Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 18 Uhr bis 20 Uhr findet der „Offene Erfahrungsaustausch bei Trennung & Scheidung“ statt. Ort: Selbsthilfezentrum München, Westendstr. 151, 80339 München (Eingang links).

In einer moderierten Gruppe werden Themen der anwesenden Väter besprochen z.B. aktuelle Trennungs-, Scheidungs- und Umgangsthemen oder Differenzen mit dem anderen Elternteil.

Weitere wechselnde Schwerpunkte im Erfahrungsaustausch:

♦ Mit Trennung oder Scheidung klar kommen, sie akzeptieren und nicht nur Negatives daran sehen
♦ Eine neue, positive Lebensphase gestalten lernen, „Krise und Scheitern“ als Chance erkennen
♦ Beratung zur Gestaltung eines konstruktiven, konfliktarmen Umgangs mit dem/n Kind/ern
♦ Neuen Partner- oder Familienkonstelationen (Patchwork-Familien) bewusst gestalten
♦ Sich mit Personen ähnlicher Erfahrung gegenseitig beraten, sich unterstützen und stärken

Durch den Austausch in der Gruppe sowie die sachliche Betrachtung resultieren neue Sichtweisen und Anregungen für das eigene Handeln. Bei Bedarf werden Termine für individuelle oder persönliche Themen vereinbart. >>>Die nächsten Termine

Info:

Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat, 18 bis 20 Uhr. Keine Kosten. >Die nächsten Termine
Info und Anmeldung (erbeten, aber nicht Pflicht): info@vaeterinitiative-muenchen.de

Neuer Veranstaltungsort:

SHZ (Selbsthilfezentrum München), Westendstr. 151, Eingang links, 80339 München.
Pünktliches Erscheinen erbeten (wegen Einlass)!

BGH unterstützt Wechselmodell

Endlich findet der gestiegene väterliche Einsatz bei der Kinderbetreuung  seinen gesetzlichen Niederschlag. Das Wechselmodell ist unter Umständen sogar gegen den Willen eines Elternteils möglich.

Erfolgreich geklagt hat ein Nürnberger Vater mit 13-jährigem Sohn. Die Grundsatzentscheidung vom 1. 2. 2017 des Bundesgerichtshofs fördert damit die gleichberechtigte Betreuung von Scheidungskindern. Der genaue Wortlaut und die Begründungen sind nachzulesen unter:
www.kostenlose-urteile.de/BGH_XII-ZB-60115_Paritaetisches-Wechselmodell-zur-Betreuung-des-Kindes-auch-gegen-den-Willen-eines-Elternteils-moeglich.news23916.htm

Demnach sollen Familiengerichte ein „paritätisches Wohnmodell“ anordnen können, was sich stärker am Kindeswohl orientiert, natürlich nach Anhörung des Kindes! Einschränkend muss man festhalten, dass dies nur möglich ist, wenn die Eltern in erreichbarer Nähe zueinander wohnen und sich bisher auch für das Kind gemeinsam eingesetzt haben, wenn der erhöhte Unterhaltsbedarf gedeckt ist, und wenn sich die Eltern tatsächlich an das Kindeswohl halten und nicht ihre je eigenen Egoismen durchsetzen wollen.  „BGH unterstützt Wechselmodell“ weiterlesen

Zeitgemäße Familien- und Väterpolitik

Eine Auflistung an Forderungen an die Politik

Viele Probleme im Zusammenhang mit Elternschaft ließen sich mit der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens erheblich reduzieren. Kinder wären dabei auch als Personen zu zählen.

Solange dieses jedoch nicht realisiert ist, plädiere ich für folgende Maßnahmen:
Vereinfachung einvernehmlicher Scheidungen, z.B. durch Verzicht auf die Anwaltspflicht.
Generelles Einsetzen eines psychologisch versierten und staatlich vergüteten Beraters/Mediators bei strittigen Trennungen oder Scheidungen mit Kindern, dessen Empfehlungen auch weitgehend bei Gericht Gehör finden. Dessen wichtigste Aufgaben sind, die Eltern mit den Konsequenzen ihres Handelns zu konfrontieren, ein praktikables Wohnmodell zu erarbeiten (das kann ggf. auch ein Nestmodell sein) und den Kontakt beider Eltern zu den Kindern zu gewährleisten, sofern sie erziehungsfähig sind. Damit würde man gleichzeitig Jugendämter und Familiengerichte entlasten.
Entzug des Sorgerechts bei Elternteilen, welche den Umgang boykottieren, die gegen den Willen des anderen Elternteils mit dem Kind das angestammte Umfeld verlassen oder das Kind entfremden – und das sind leider auch manchmal Väter!
Abschaffung des Ehegattensplittings
Verstärkter Ausbau von Kita- und Kindergartenplätzen, um der Garantie für einen Kita-Platz nachzukommen.
Unterstützung des co-erziehenden Elternteils, z.B. durch Anrechenbarkeit bzw. Absetzbarkeit von Umgangskosten, zumindest durch Berücksichtigung in einer besseren Steuerklasse.
Stärkere Berücksichtigung von Elterninteressen in den Betrieben, z.B. Auslagerung von Tätigkeitsfeldern (Home-Working), weitere Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Anpassung an die Zeitvorgaben und Zeitvorstellungen von Eltern, Beschäftigungsgarantien für pflegende Mitarbeiter nach Rückkehr in die Vollzeit, unabhängig von der Größe des Betriebs und unabhängig davon, ob die Zeitverkürzung wegen Kinder- oder Elternbetreuung vorgenommen wird.

Kind krank, Eltern in Arbeit. Was tun?

Gerade für Väter ist die Krankheit des Kindes eine hervorragende Möglichkeit, Präsenz in schwierigen Zeiten zu zeigen und dem Kind ein Gefühl des Geborgenseins zu geben. 

Für viele mag dem entgegen stehen, dass sie untertags arbeiten. Aber das ist heute kein Hinderungsgrund mehr, dennoch beim Kind zu bleiben, denn es gibt gesetzliche Regelungen:
♦ Falls das Kind jünger als 12 Jahre als ist,
♦ falls keine andere im Haushalt lebende Person die Pflege übernehmen kann und
♦ falls das Kind bei einer Krankenversicherung (mit-)versichert ist, gelten folgende Regeln:

1. Man benötigt ein ärztlichen Attest, eine Verordnung, die bestätigt, dass das Kind Betreuung, Pflege oder Beaufsichtigung durch einen Elternteil braucht.
2. Dann meldet man dem Arbeitgeber den Grund der Abwesenheit.
3. Wenn dieser keine Lohnfortzahlung vornimmt, ergänzt man auf der Rückseite der Bescheinigung die Angaben des freigestellten Elternteils und
4. schickt sie der Krankenversicherung, die eine Entgeltbescheinigung vom Arbeitgeber anfordert.
5. Sobald der Arbeitgeber die Entgeltbescheinigung ausgefüllt zurückgeschickt hat, erfolgt die Auszahlung durch die Krankenkasse. „Kind krank, Eltern in Arbeit. Was tun?“ weiterlesen

Kinderarmut in Deutschland – Folge von unausgewogener Familienpolitik

Die Betroffen sind in erster Linie Kinder, welche die Trennung der Eltern zu verkraften haben. Sie gelten als arm, weil sie in alleinerziehenden Haushalten leben. Sie beziehen weniger als 60% des mittleren Einkommens. Das sind 38 Prozent oder in Zahlen 874.000 Kinder. Zum Vergleich: In Paarhaushalten leben nur sieben Prozent Kinder in Armut.

Nach einem Bericht der „Welt” (vom 7.5.2016, S.5) erhalten Scheidungs-/Trennungs-Kinder zur Hälfte vom getrennt lebenden Elternteil keinen Unterhalt. Und offenbar ist der Unterhaltsvorschuss von Seiten des Sozialamtes zu gering. Auch reicht das Einkommen von Alleinerziehenden nicht aus, um die „Rumpffamilie” angemessen über die Runden zu bringen. „Kinderarmut in Deutschland – Folge von unausgewogener Familienpolitik“ weiterlesen

Sinnvoller Umgang vermindert ADHS

Zur Statistik: Heutzutage wird die Diagnose „ADHS“ (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern etwa 40 mal so häufig gestellt wie vor 25 Jahren.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass dafür zwei Hauptgründe in Betracht gezogen werden müssen: A) Zum einen neurobiologische, also angeborene Gründe, z.B. ein dünnerer Großhirnmantel. Oder B) Entwicklungsbiologische, also umweltbedingte Gründe. Beide können auch zusammen wirken. „Sinnvoller Umgang vermindert ADHS“ weiterlesen

Umgangserziehend? Oder: Gemeinsam alleinerziehend?!

Betreuungsmodelle

Defizite deutscher Familien- und Gleichstellungspolitik zu Lasten der Väter

Vielen trennungswilligen Paaren gelingt es, eine konstruktive Lösung für die Betreuung der Kinder zu finden. Sie betonen, wie z.B. Arbeitsministerin Nahles oder Justizminister Maas durch ihre Pressesprecher verlauten ließen, dass sie sich um die Kinder „gemeinsam kümmern“ wollen, nachdem ihre Ehen auseinander gegangen sind.

Während also gemeinsame Sorge und gemeinsames Festlegen des Umgangs nach der Trennung Standards geworden sind, zwingt einem eine veraltete bürokratische Logik eine einseitige Festlegung auf, die nicht den Realitäten entspricht: Der-/diejenige, bei dem die Kinder vorwiegend wohnen, gilt von da an als „alleinerziehend“ (vgl. Welt am Sonntag, 17. März 2016, S.13). Der andere wird irgendwie aus der Statistik herausgeworfen und bekommt weder einen Namen noch einen Status, etwa „gemeinsam erziehend“ oder „umgangserziehend“, auch wenn er sich fast die Hälfte der Zeit um die Kinder kümmert. „Umgangserziehend? Oder: Gemeinsam alleinerziehend?!“ weiterlesen

Sorgerecht: Betreuungsmodelle im Widerstreit

Wohnmodelle im WiderstreitDarf oder muss ein Kind nach der elterlichen Trennung bei beiden gleichermaßen wohnen? Der Europarat macht Vorschläge zum Sorgerecht. Zunächst einmal die Fakten:

  Nach wie vor verbleiben Kinder nach der Trennung zu 89 Prozent bei den Müttern bzw. werden den Müttern zugesprochen.
  Über 40 Prozent der Väter verlieren nach der Trennung jeglichen Kontakt zu ihren Kindern.
  Viele Erwachsene bedauern im Nachhinein den gekürzten oder ganz fehlenden Umgang mit ihren Vätern. Einige sehen sich gar veranlasst, sich in therapeutische Hände zu begeben, um mit dem Mangel im Leben zurecht zu kommen.

So beschreibt eine inzwischen erwachsene Frau in der ZEIT (14. Januar 2016, S.13) ihren langen Leidensweg, der darauf zurückzuführen war, dass es ihr verwehrt blieb, den richtigen Vater kennenzulernen. Und das, obwohl sie in einer „intakten“ Familie groß geworden ist und einen sozialen Vater hatte. „Sorgerecht: Betreuungsmodelle im Widerstreit“ weiterlesen

Das Wechselmodell kann nur in Sorgerechtsverfahren beantragt werden

Oft wollen Väter nach Trennung/Scheidung ihre Kinder zur Hälfte der Zeit sehen. Immer wieder fragen Väter, ob es möglich sei, ein Wechselmodell zu praktizieren.

Gerichte können das Wechselmodell – insbesondere gegen den Willen der Mutter – nicht anordnen. Jedenfalls nicht im Rahmen einer Umgangsregelung, sondern nur nur in Sorgerechtsverfahren – siehe Beschluss des BVerfG vom 24. Juni 2015, Aktenzeichen: 1 BvR 486/14. Hier findet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts mit Erläuterungen.

Kurz zur Begründung: Wird das paritätische Wohnmodell (= Wechselmodell) abgelehnt, stellt dies keinen Verstoß gegen Art. 6 Abs.2 GG (Gleichstellungsprinzip) dar. Somit behält sich der Staat nach wie vor das Recht vor, bei strittigen Elternteilen in die Rechte und Plichten der Beteiligten einzugreifen, und zwar je strittiger umso mehr. „Das Wechselmodell kann nur in Sorgerechtsverfahren beantragt werden“ weiterlesen

Fallstricke für nicht-verheiratete Paare

Gefahren für Nicht-verheirateteAnders als in Frankreich werden bei uns nicht-verheiratete Paare rechtlich vernachlässigt. Dort gibt es seit langem die Möglichkeit, sich durch einen Pact civil et social, kurz PACS (übersetzt: ziviler und sozialer Gesellschaftsvertrag) gegenseitig abzusichern. 

Damit erwirbt man sich die gleichen finanziellen und juristischen Vorteile wie Eheleute, als gleich- oder verschiedengeschlechtliches Paar. Man erhält z.B. Auskunft beim Arzt im Krankenhaus und kann für den anderen Dinge des Alltags regeln. Es genügt ein formeller und kostenloser Antrag beim Meldeamt, der von beiden unterschrieben wird. Aufgehoben wird der Antrag, wenn einer von beiden die Auflösung beantragt oder eine formelle Ehe eingeht. Auch in der Schweiz wird überlegt, so einen PACS einzuführen.

In der Bundesrepublik scheitern derartige, einfache Regulierungen zum einen daran, dass dadurch der besondere „Schutz von Ehe und Familie“ (Art. 6, GG) gefährdet wäre, zum anderen daran, weil viele Personen am bestehenden Gesetz viel Geld verdienen. „Fallstricke für nicht-verheiratete Paare“ weiterlesen